Pressemitteilung – Gasversorgung: Abgeordnete befürworten Flexibilität bei der Speicherbefüllung zur Senkung der Preise

Der Ausschuss für Industrie, Forschung und Energie unterstützte den Vorschlag der Kommission zur Verlängerung der EU-Gasspeicherplan 2022 bis 31. Dezember 2027; Andernfalls wäre es im Jahr 2025 ausgelaufen. Die Regelung soll die Sicherheit der Gasversorgung vor der Wintersaison gewährleisten.

Dieser Legislativvorschlag gab den Abgeordneten außerdem die Möglichkeit, eine Reihe von Änderungen an der bestehenden Verordnung vorzunehmen. Diese Änderungen zielen darauf ab, die Spannungen auf dem Gasmarkt abzubauen, die teilweise durch Markterwartungen im Zusammenhang mit dem verbindlichen Ziel einer 90-prozentigen Erfüllungsquote bis zum 1. November jeden Jahres entstanden sind.

Zu diesem Zweck schlagen die Abgeordneten vor, das Füllziel von 90 % auf 83 % zu senken, um die Energiesicherheit mit marktwirtschaftlichen Grundsätzen in Einklang zu bringen und die Gaspreise zu senken. Das Ziel müsste zu jedem Zeitpunkt zwischen dem 1. Oktober und dem 1. Dezember eines jeden Jahres erreicht werden. Bei ungünstigen Marktbedingungen, etwa bei Lieferunterbrechungen oder hoher Nachfrage, dürften die Mitgliedstaaten bis zu vier Prozentpunkte vom Füllziel abweichen. Die Europäische Kommission kann diese Abweichung um bis zu weitere vier Prozentpunkte erhöhen, wenn diese Marktbedingungen anhalten.

Die Mitgliedstaaten müssten jedoch sicherstellen, dass die kumulativen Auswirkungen der Flexibilitätsregelungen und Ausnahmeregelungen die Gesamtverpflichtungen zur Speicherbefüllung nicht auf unter 75 Prozent senken, stimmten die Abgeordneten überein.

Nächste Schritte

Der Bericht, verfasst vom Ausschussvorsitzenden Boris Budka (EVP, Polen) wurde mit 64 Ja-Stimmen, 10 Nein-Stimmen und 12 Enthaltungen angenommen. Der Text wird während der nächsten Plenarsitzung des Parlaments vom 5. bis 8. Mai in Straßburg zur Abstimmung gestellt.

Hintergrund

Die Energiesicherheit der Europäischen Union war in den letzten Jahren ein kritisches Anliegen, nicht zuletzt angesichts ihrer Abhängigkeit bei der Primärenergieversorgung von Nicht-EU-Ländern. Die Energiekrise des Jahres 2022, die durch die groß angelegte Invasion Russlands in der Ukraine und die anschließende Militarisierung der Gasversorgung noch verschärft wurde, machte deutlich, wie dringend zusätzliche Maßnahmen zur Gewährleistung einer stabilen und erschwinglichen Energieversorgung erforderlich sind.

Als Reaktion darauf hat die EU neue Vorschriften zur Gasspeicherung eingeführt. Allerdings bleibt die Lage auf dem globalen Gasmarkt angespannt, da der Wettbewerb um die Versorgung mit Flüssigerdgas (LNG) zunimmt und die Preise weiterhin volatil sind. Da die derzeitigen Bestimmungen zur Gasspeicherung Ende 2025 auslaufen, hat die Kommission vorgeschlagen, diese Maßnahmen bis zum 31. Dezember 2027 zu verlängern, um die Vorhersehbarkeit und Transparenz bei der Nutzung der Gasspeicher in der gesamten EU aufrechtzuerhalten.

Quelle

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